Leseprobe aus dem Gedichtband:

 

Blumenfeder

  

Moment

 

Das Heer der Verlorenen zieht an mir vorbei

Und ich reihe mich ein,

langsam,

mit Widerstreben,

wie es mir schon immer widerstrebt hat,

die Zeit zu erkennen.

 

Ein hastiger Schritt,

ein kurzer Gruß

-schon vorüber-!

 

Was haben die Menschen den Menschen angetan?

Wie oft haben sie die Zeit vergewaltigt?

Wie oft habe ich Fragen heraus geschrieen

Und wie oft

hat man mir die Antwort verweigert?

 

Aber die Stunde war ein Moment

Zeit?

Anfang und Ende?

 

Es schmerzt,

erkennen zu müssen,

dass sie meine Grenze ist.

 

Meine Hürden sind die Uhren,

auf die ich nie schauen wollte;

meine Klippen die Menschen,

denen ich begegnet bin.

 

Vielleicht zog mein Tod

im Heer der gesichtslosen Bekannten

an mir vorbei;

vielleicht war einer aus der großen Schar mein Urteil?

Ein Gruß kann ein Ruf gewesen sein,

ein Blick, ein Abschied!

 

Wenn die Zeit die Dunkelheit erschüttert,

wird mein Grab neben der Sonne sein.

Wenn Regen die Träne einfängt,

wird mein Lächeln die Verlorenen erreichen.

Wenn Schatten dich einholen,

wird mein  Gedanke dich küssen!

 

Spürst Du meine Zärtlichkeit?

Erkennst Du meine Trauer?

Mein Gruß war ein Abschied

-Adieu, mein Moment-

 

*****